Grado

  • Eine Insel aus Sand, Muscheln und Grünem, die mitten im hohen Adriatischen Meer, zwischen Venedig und Triest, liegt und mit dem Friaul durch eine enge Straße, die durch die eindrucksvolle Lagune von Grado geht, verbunden ist. In der Römischen Zeit war Grado der wichtigste Hafen für den Handel mit dem Osten. Sein Name stammt aus dem lateinischen Wort “gradus”, d.h. Anlegestelle, und der Ort ist wahrscheinlich der älteste Fremdenverkehrsort im Mittelmeer: 1892 wurde die Stadt in die kaiserliche Liste der Kurorte der Donaumonarchie unter der Bezeichnung von “See-Kurort” eingetragen.

    Hier vergeht das Leben nach der typischen Bescheidenheit der Meeresorte: Angenehme Spaziergänge an der Strandpromenade und in den engen Gassen der Altstadt, interessante Besuche der alten Römischen und frühchristlichen Basiliken, erstaunliche Wanderungen zur Lagune, die heute eine geheimnisvolle und legendäre Naturschutzoase ist, und die Versuchungen der typischen Adriatischen Küche. Bei diesen Gelegenheiten können Sie einzigartige Erlebnisse genießen, die Sie zum echten und natürlichen Sinn des Lebens zurückbringen.

    Die Insel ist von den städtischen und industriellen Gebieten isoliert, und wird sowohl von ständigen Meeresströmungen als auch von den Wassern der Lagune bespült. Die Lagune trägt zusammen mit der Sonneneinstrahlung zur Besonderheit des hiesigen wohltuenden Klimas bei, das von einer hohen und heilsamen Jodkonzentration gekennzeichnet ist: Ein mildes, warmes Klima, das niemals schwül ist und das meiste Jahr über einen angenehmen Aufenthalt erlaubt.

    Sicherlich wird Grado Sie entzücken: Die “Goldinsel” reich an Traditionen, hat auch Schriftsteller wie Ippolito Nievo, Thomas Mann, Luigi Pirandello, Pierpaolo Pasolini und Biagio Marin, den berühmten Dichter von Grado, richtigerweise inspiriert.

  • Das Altertum

    Grado wurde als Seehafen von Aquileia, eine alte Römische Stadt im Hinterland, gegründet. Die Stadt Grado war der natürliche Anlegehafen für alle Schiffe, die von der Adria kamen und durch den Fluss Natisone nach Aquileia fuhren.

    Im Jahre 452 wurde die alte Römische Metropole Aquileias von den Hunnen unter Attila erobert und verwüstet. Die Bevölkerung floh mit dem Bischof nach Grado und kurz danach wurde, aus demselben dramatischen Grund, auch die Stadt Venedig gegründet.

    Doch im Laufe der Zeit wurde der Ruhm der alten Stadt Grado durch die wachsende Macht von Venedig in den Schatten gestellt. Dennoch bewahrt Grado die wichtige aber bestrittene Rolle des vorübergehenden Sitzes und Aufenthaltsortes des Patriarchen von Aquileia.

    Das Mittelalter

    Nach dem Sturz des Langobardischen Reiches durch die Franken, kam die volle Entwicklung der venezianischen Macht zur Vollendung.

    Im Jahre 827 entschied das Konzil von Mantua das Ende von Aquileias Patriarchat, das seinen vorübergehenden Sitz in Grado hatte. An seiner Stelle wurde ein Graf mit amtlichen Aufträgen ernannt, der unter den Mitgliedern des Großen Rates von Venedig gewählt wurde und die zentrale Macht vertritt.

    Von dieser Zeit an wurde Grado zu einem ruhigen Meeresort, in dem ein bescheidenes Leben herrschte, das sich auf den Fischfang stützte.

    Die moderne Zeit

    1815 wurde Grado in die Donaumonarchie eingegliedert und, aus einer Verwaltungsperspektive, war es der Grafschaft Görz unterordnet. Als nach dem Ersten Weltkrieg die k.u.k. Monarchie stürzte, fiel Grado endgültig wieder an Italien.

  • Die Lagune Grados dehnt sich bis Venedig aus und schließt einen Archipel von ungefähr hundert eindrucksvollen kleinen Inseln ein, die von einer starken Vegetation bedeckt sind. Die Lagune stellt den östlichsten Teil von einem Lagunensystem dar, das in uralten Zeiten den ganzen Adriatischen Bogen einschloss und das sich heute zum größten Teil unter dem Wasserspiegel befindet. Die verworrene und bezaubernde Landschaft besteht aus Kanälen und ruhigen kleinen Inseln, die von Schilf bedeckt sind.

    Die über 12000 Hektar weite Lagune ist eine Naturschutzoase, deren besonderes und unberührtes Ökosystem aus zahlreichen heimischen Tier- und Pflanzenarten besteht. Die Oase ist also der ideale Rastplatz für verschiedene Wasservogelarten, die in der Lagune ihr Nest bauen und in der Wanderungszeit hierher fliegen. Zu diesen Vogelarten zählt man Enten, Möwen, Knäkenten, Wasserhühner und Stockenten sowie prachtvolle Reiher.

    Stellen Sie sich eine unberührte Naturlandschaft vor: In diese Landschaft können eintauchen und vor sich nur die prächtige, ruhige Weite des stillen, silbrigen Meeres sehen. Eine leichte Brise weht und verbreitet die Wärme der Sonne und den Meeresduft. In das Grüne einer kleinen Insel vertieft, können Sie als Gäste von einem “Casone”, die typische Fischerhütte der Lagune aus Stroh und Schilf, köstliche Fischgerichte probieren.

    So erscheint den Besuchern der “Naturpark an der Lagune von Grado” eine echte Oase, wo der im Hintergrund strahlende blaue Sommerhimmel, den Besuchern einen Sinn von Harmonie und regenerierendem Wohlsein vermitteln kann.

  • Grados Altstadt ist reich an bezaubernden „Calli“ (enge Gassen), pittoresken „Campielli“ (kleine Plätze) und entzückenden Innengärten. Mit ihren verlockenden Tischen, die unter den frischen Lauben gedeckt werden, bieten typische Restaurants und Trattorien das Nonplusultra der hiesigen Küche an.

    Die Fischgerichte sind das Glanzstück dieser Kochkunst, die aus echten, reinen Zutaten und köstlichen Rezepten besteht: Ein Schatz, der im Laufe der Zeit von einer Generation zur nächsten weitergegeben wurde.

    In die hiesige prächtige Atmosphäre vertieft, können Sie zahlreiche Fischgerichte degustieren, unter denen die besondere Fischsuppe “Boreto alla Gradese”. Es handelt sich um eine typische und erlesene Suppe, die je nach dem Geschmack des Gastes und der Verfügbarkeit des Fisches, entweder mit einer oder mit mehreren Fischsorten vorbereitet werden kann.

    Neben den üblichen und den ausgewählten Fischsorten finden Sie eine sehr große Auswahl an Mollusken, die entweder in der Lagune oder im Meer gefischt werden.